Oktober 5, 2026Von Anna

Ozempic und Gewicht: Was nach der letzten Spritze passiert — und was bleibt

GLP-1-Medikamente helfen beim Abnehmen — doch was passiert, wenn man sie absetzt? Eine ruhige Einordnung der neuesten Studien (STEP 1, SURMOUNT-4, BMJ-Metaanalyse 2026, Daten von 157.822 Menschen aus Dänemark) und warum Gewohnheiten für langfristige Ergebnisse so wichtig sind — mit Grafiken und Quellen.

Ozempic und Gewicht: Was nach der letzten Spritze passiert — und was bleibt

Eine Freundin (eine Zusammenfassung vieler Geschichten — ich höre so etwas ständig) erzählt Ihnen beim Kaffee: „Ich bin seit einem halben Jahr auf den Spritzen — zwölf Kilo weniger. Ich habe kaum noch Appetit, ich vergesse sogar zu essen.“ Sie sehen sie an und denken: Vielleicht sollte ich das auch? Wie viele Versuche gab es schon — Montage, Challenges, „ab morgen ohne Süßes“.

Ein Jahr später treffen Sie sie wieder. Die Spritzen hat sie abgesetzt: zu teuer, die Übelkeit, und „wie lange soll das noch gehen“. Und leise, fast entschuldigend sagt sie: „Weißt du, das Gewicht kommt zurück. Und zwar schnell.“

Ich höre beide Versionen dieser Geschichte immer häufiger. Deshalb möchte ich heute in Ruhe und ohne Panikmache betrachten, was die neuesten Studien über GLP-1-Medikamente tatsächlich zeigen — über Semaglutid (bei Adipositas Wegovy®, bei Typ-2-Diabetes Ozempic®) und Tirzepatid (Mounjaro®). Vor allem über das, worüber in den sozialen Medien selten gesprochen wird: Was passiert nach der letzten Spritze? 🔬

Ein ausgewogener Teller nach dem Prinzip The Better Plate: Gemüse, Linsen, Kichererbsen und Lachs auf einer hellen Leinentischdecke im Herbstlicht

Was GLP-1 ist — und warum es keine „Zauberei“ ist

GLP-1 (Glucagon-like Peptide-1) ist keine Erfindung der Pharmaindustrie. Es ist Ihr eigenes Sättigungshormon. Spezielle L-Zellen im Darm schütten es aus, wenn Sie essen: Es meldet dem Gehirn „genug“, verlangsamt die Magenentleerung, verstärkt die Insulinausschüttung, wenn der Blutzucker steigt, und bremst Glukagon.

Ihr eigenes GLP-1 bleibt nur wenige Minuten im Blut. Die Medikamente ahmen seine Wirkung nach, halten sich aber viel länger im Körper — die injizierbaren Formen von Semaglutid und Tirzepatid werden einmal pro Woche verabreicht (Tirzepatid aktiviert zusätzlich die Rezeptoren eines zweiten Hormons, GIP). Daher kommt die Wirkung: Der Appetit wird spürbar leiser, das „Food Noise“ im Kopf lässt bei vielen nach, die Portionen werden von selbst kleiner.

Das sind ernsthafte Medikamente mit nachgewiesener Wirkung — Ärztinnen und Ärzte verschreiben sie bei Typ-2-Diabetes und Adipositas, und vielen Menschen helfen sie wirklich. Die Frage, der ich nachgehen möchte, ist eine andere: Was bleibt, wenn man sie nicht mehr nimmt?

Was die Studien nach dem Absetzen zeigen

📊 STEP 1: zwei Drittel des Gewichts — innerhalb eines Jahres

In der STEP-1-Studie erhielten die Teilnehmenden 68 Wochen lang Semaglutid 2,4 mg zusammen mit einem Lebensstilprogramm und verloren im Durchschnitt 17,3 % ihres Körpergewichts. Ein beeindruckendes Ergebnis.

Dann wurde die Behandlung beendet — sowohl das Medikament als auch das Lebensstilprogramm — und 327 Teilnehmende wurden ein weiteres Jahr begleitet (228 aus der Semaglutid- und 99 aus der Placebogruppe). In diesem Jahr nahm die Semaglutid-Gruppe im Durchschnitt 11,6 Prozentpunkte wieder zu — also etwa zwei Drittel des verlorenen Gewichts. Das Ergebnis nach 120 Wochen: −5,6 % gegenüber dem Ausgangsgewicht. Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin, die sich unter dem Medikament verbessert hatten, kehrten bei den meisten Werten auf das Ausgangsniveau oder nahe daran zurück (Wilding et al., Diabetes, Obesity and Metabolism, 2022).

STEP-1-Grafik: 17,3 % Gewichtsverlust unter Semaglutid und etwa zwei Drittel davon innerhalb eines Jahres nach dem Absetzen wieder zugenommen

📊 SURMOUNT-4: +14 % im Jahr nach dem Absetzen

Bei Tirzepatid ist das Bild ähnlich. In der SURMOUNT-4-Studie verloren die Teilnehmenden in 36 Wochen unter dem Medikament im Durchschnitt 20,9 % ihres Gewichts. Dann wurde die Hälfte von ihnen auf Placebo umgestellt — und im folgenden Jahr nahmen sie +14 % zu (Aronne et al., JAMA, 2024).

📊 BMJ-Metaanalyse 2026: schnellere Zunahme als nach Ernährungsprogrammen

Die neuesten und wohl wichtigsten Daten wurden im Januar 2026 veröffentlicht. Forschende der Universität Oxford fassten 37 Studien mit Daten von 9.341 Menschen zusammen (West et al., BMJ, 2026):

  • nach dem Absetzen von Medikamenten zur Gewichtsreduktion kam das Gewicht im Durchschnitt mit 0,4 kg pro Monat zurück — das betrifft alle Medikamente, auch ältere; bei Semaglutid und Tirzepatid waren es etwa 0,8 kg pro Monat;
  • nach der Prognose des Modells der Autorinnen und Autoren ist das gesamte verlorene Gewicht nach etwa 1,7 Jahren wieder da (bei Semaglutid und Tirzepatid nach etwa 1,5 Jahren);
  • die Verbesserungen bei Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker verschwinden der Prognose nach in etwa 1,4 Jahren;
  • nach Medikamenten kam das Gewicht um 0,3 kg pro Monat schneller zurück (0,4 gegenüber 0,1 kg) als nach dem Ende von Programmen, die auf Ernährung und Bewegung aufbauen — unabhängig davon, wie viel jemand abgenommen hatte. Es handelt sich um einen indirekten Vergleich mit Daten zu solchen Programmen; in der Pressemitteilung des BMJ heißt es „fast viermal schneller“.

Grafik zur BMJ-Metaanalyse 2026: Nach Medikamenten kommt das Gewicht mit etwa 0,4 kg pro Monat zurück, nach Ernährungs- und Bewegungsprogrammen mit etwa 0,1 kg

Die Forschenden ziehen ein sehr abgewogenes Fazit: Eine kurzfristige Anwendung dieser Medikamente ohne einen umfassenderen Ansatz zum Gewichtsmanagement sei mit Vorsicht zu betrachten.

Das echte Leben: Viele hören im ersten Jahr auf

In klinischen Studien werden die Medikamente streng nach Plan eingenommen. Im Alltag sieht es anders aus.

Im August 2026 veröffentlichten dänische Forschende die Daten aller Menschen in Dänemark, die zwischen Dezember 2022 und November 2024 erstmals Semaglutid zur Gewichtsreduktion begonnen hatten — 157.822 Menschen (Mailhac et al., JAMA Network Open, 2026). Nach 3 Monaten hatten 13 % die Behandlung beendet, nach einem halben Jahr 27 %, nach 9 Monaten 39 % und nach einem Jahr 49 % — fast jede zweite Person. Etwa jede vierte Person, die aufgehört hatte, begann innerhalb von drei Monaten erneut. Anhand der Merkmale derjenigen, die aufhörten, vermuten die Autorinnen und Autoren, dass die Kosten (die Behandlung wird in Dänemark nicht erstattet und kostet etwa 2.200–3.700 € pro Jahr) und Magen-Darm-Nebenwirkungen eine Rolle spielten.

Grafik zur dänischen Studie: Nach einem Jahr nehmen 51 % derjenigen, die mit Semaglutid zur Gewichtsreduktion begonnen haben, es noch

Legt man diese Daten nebeneinander — viele beenden die Behandlung im ersten Jahr, und in Studien kommt das Gewicht nach dem Absetzen in der Regel zurück —, wird klar, warum mich nicht die Frage „Wie nehme ich schnell ab?“ bewegt, sondern „Was ist in zwei Jahren noch da?“.

Was die Waage nicht zeigt

Zwei weitere Punkte sind wichtig zu wissen.

🥩 1\. Weniger essen heißt nicht besser essen

Wenn der Appetit fast verschwunden ist, isst man leicht „irgendetwas“ — und zu wenig. In einer kleinen Studie, die 2026 auf dem Europäischen Adipositas-Kongress vorgestellt wurde (116 GLP-1-Nutzerinnen und -Nutzer, Daten einer italienischen App), protokollierten Menschen unter dem Medikament etwa 1.100 kcal pro Tag in der App (Nichtnutzer etwa 1.280; solche Apps unterschätzen die tatsächliche Aufnahme meist). Sie ließen häufiger Mahlzeiten aus, und fast 88 % erreichten die empfohlene Eiweißzufuhr nicht (Vinelli, ECO 2026). Die Studie ist klein, zeigt die Tendenz aber gut.

💪 2\. Mit dem Fett geht auch ein Teil der fettfreien Masse

Bei jeder schnellen Gewichtsabnahme verlieren Sie nicht nur Fett, sondern auch einen Teil der fettfreien Masse — einschließlich Muskulatur. Wie stark sich das auf Kraft und Gesundheit auswirkt, wird noch erforscht: Laut Übersichtsarbeiten ist der Verlust proportional zur Gewichtsabnahme, und für ältere Menschen sind die Daten bisher uneinheitlich (Mollero et al., Nutrients, 2026). Für uns Frauen ab 40 sind Muskeln aber keine Frage der Ästhetik. Sie sind der Hauptort, an dem Glukose nach dem Essen verwertet wird, die Stütze unserer Knochen und der Schlüssel zu einem aktiven Leben mit 60 und 80. Ausführlich habe ich darüber in meinem Artikel über Eiweiß ohne Extreme geschrieben.

Nicht zufällig haben vier amerikanische Fachgesellschaften — für Lebensstilmedizin, Ernährung und Adipositas — 2025 gemeinsame Empfehlungen veröffentlicht. Zu den wichtigsten Herausforderungen der Behandlung zählen sie ausdrücklich Nährstoffmängel, den Verlust von Muskel- und Knochenmasse, geringe langfristige Therapietreue und eine anschließende Gewichtszunahme (Mozaffarian et al., Joint Advisory ACLM, ASN, OMA, TOS, 2025).

Und was wirkt langfristig? Die Daten zu Gewohnheiten

Jetzt kommt der Teil, für den ich diesen Artikel eigentlich geschrieben habe. 🌱

🏃‍♀️ Die Kopenhagener Studie: Was nach einem Jahr bleibt

Dänische Forschende führten ein sehr aufschlussreiches Experiment durch (Jensen et al., eClinicalMedicine, 2024). Erwachsene mit Adipositas nahmen zunächst mit einer Diät durchschnittlich 13,1 kg ab. Danach hielten sie ihr Ergebnis ein Jahr lang auf eine von vier Arten: nur Medikament (Liraglutid — ein GLP-1-Medikament einer früheren Generation), nur regelmäßiges Training, die Kombination oder Placebo. Und dann — ein Jahr ganz ohne Unterstützung.

Wieder zugenommenes Gewicht im Jahr nach Programmende:

  • nach nur Medikament: im Durchschnitt 9,6 kg;
  • nach Medikament plus Training: 7,1 kg;
  • nach nur Training: 3,6 kg;
  • in der Trainingsgruppe blieben Körpergewicht und Körperzusammensetzung nach Einschätzung der Autorinnen und Autoren weitgehend erhalten.

Grafik zur Kopenhagener Studie: Im Jahr nach Programmende kamen nach dem Medikament 9,6 kg zurück, nach dem Training 3,6 kg

Ein Jahr nach Programmende waren die früheren Teilnehmenden der Trainingsgruppen noch deutlich aktiver: im Median 240 Minuten moderate bis intensive Aktivität pro Woche gegenüber 30 in der Gruppe mit nur Medikament. Die Autorinnen und Autoren weisen darauf hin, dass körperliche Aktivität ein Verhalten ist, das man auch ohne Programm fortsetzen kann. Die Studie ist klein — zum Abschlusstermin kamen 109 Personen. Aber das Bild ist sehr anschaulich: Das Medikament wirkte nicht mehr — und das, was die Menschen gelernt hatten, blieb.

🧬 Das Diabetes-Präventionsprogramm: die Wirkung nach 15 Jahren

Das ist vielleicht der stärkste Beleg dafür, dass die Wirkung von Lebensstiländerungen anderthalb Jahrzehnte anhalten kann. Im amerikanischen Diabetes Prevention Program (DPP) lernten Menschen mit hohem Diabetesrisiko, sich anders zu ernähren und mehr zu bewegen. Über 15 Jahre Beobachtung (2.776 Teilnehmende) war die Diabetesrate in der Lebensstilgruppe um 27 % niedriger als in der früheren Placebogruppe, auch wenn der Unterschied mit der Zeit kleiner wurde (Lancet Diabetes & Endocrinology, 2015). Dabei geht es um Diabetesprävention, nicht um das Gewicht.

Seien wir ehrlich: Auch nach Ernährungsprogrammen kann Gewicht teilweise zurückkommen — keine Methode gibt Garantien. Laut derselben BMJ-Metaanalyse kommt es aber deutlich langsamer zurück. Und vor allem: Wissen und Fähigkeiten verschwinden nicht. Sie wissen, wie Sie einen Teller zusammenstellen, was Sie einkaufen, wie Sie bei Freunden essen. Das muss nicht jede Woche „verlängert“ werden.

Ihr eigenes GLP-1: worauf die Ernährung Einfluss haben kann

Ihr Körper kann GLP-1 selbst bilden — und die Ernährung kann darauf Einfluss nehmen. Gleich vorweg ganz ehrlich: Die Wirkung von Lebensmitteln ist deutlich bescheidener als die eines Medikaments, wie auch die Autorinnen und Autoren der Übersichtsarbeiten klar schreiben (Tkaczenko et al., Nutrients, 2026), und die Belege stammen bisher vor allem aus mechanistischen und kleinen Studien. Aber Ernährung steht Ihnen jeden Tag zur Verfügung — und mit ihr bauen Sie etwas auf, das Ihnen über Jahre bleibt.

Anna Bertoldi in der Küche mit einem Teller Blattsalat mit Erdbeeren und Mozzarella

🥦 1\. Ballaststoffe, die Ihre Bakterien „füttern“

Fermentierbare Ballaststoffe — Hülsenfrüchte, Hafer, Gerste, abgekühlte Kartoffeln und abgekühlter Reis, Zwiebeln, Topinambur, Beeren — werden zur Nahrung für Ihre nützlichen Darmbakterien. Diese bilden kurzkettige Fettsäuren, die L-Zellen zur Ausschüttung von GLP-1 anregen können. Mehr dazu in meinem Artikel über Ballaststoffe.

🍳 2\. Genug Eiweiß

Eiweiß ist an der Ausschüttung von Sättigungshormonen beteiligt, darunter GLP-1, und schützt Ihre Muskeln. Für Phasen der Gewichtsabnahme schlagen Fachleute als Orientierung etwa 1,2–1,6 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag vor (Joint Advisory, 2025) — am einfachsten auf alle Mahlzeiten verteilt.

🥗 3\. Die Reihenfolge auf dem Teller

Gemüse und Eiweiß zuerst, Stärkehaltiges zum Schluss. In einer kleinen Studie bei Menschen mit Typ-2-Diabetes senkte diese Reihenfolge nicht nur den Blutzuckeranstieg, sondern erhöhte auch den GLP-1-Spiegel nach dem Essen (Shukla et al., BMJ Open Diabetes Research & Care, 2017). Mehr dazu in meinem Artikel über Insulinresistenz.

🫙 4\. Fermentierte Lebensmittel

Kefir, Naturjoghurt, Sauerkraut — laut Übersichtsarbeiten können auch sie über das Mikrobiom an der Regulation von GLP-1 beteiligt sein.

💪 5\. Schlaf und Krafttraining

In einer kleinen, klassischen Studie senkten schon zwei Nächte mit kurzem Schlaf das Sättigungshormon Leptin um 18 % und erhöhten das Hungerhormon Ghrelin um 28 % (Spiegel et al., Annals of Internal Medicine, 2004). Und Krafttraining schützt Ihre Muskeln — genau den „Motor“, der Glukose nach dem Essen verwertet.

The Better Plate: ein System statt Willenskraft

Genau deshalb zählen wir bei The Better Plate keine Kalorien und verbieten keine Lebensmittel. Wir stellen einen Teller zusammen, der die Sättigung unterstützt: die Hälfte Gemüse und Ballaststoffe, ein Viertel hochwertiges Eiweiß, ein Viertel langsame Kohlenhydrate, dazu gesunde Fette. Die Methode ist vom Harvard Healthy Eating Plate inspiriert und um Erkenntnisse aus der Langlebigkeitsforschung ergänzt.

Ein solcher Teller hilft Ihnen, Tag für Tag ein natürliches Sättigungsgefühl zu unterstützen und Gewohnheiten aufzubauen, die Ihnen bleiben. Er ist kein Ersatz für ein Medikament, wenn es Ihnen verschrieben wurde — er ist die Grundlage, die Sie in jedem Fall brauchen.

Beginnen Sie diese Woche mit einer einzigen Veränderung:

  • ✅ Geben Sie eine Handvoll Hülsenfrüchte in ein Mittagessen — Linsen in die Suppe, Kichererbsen in den Salat.
  • ✅ Beginnen Sie das Abendessen mit einem Teller Gemüse.
  • ✅ Prüfen Sie Ihr Frühstück: Enthält es Eiweiß — Eier, Quark, Joghurt, Hülsenfrüchte?
  • ✅ Bauen Sie zwei Krafteinheiten pro Woche ein — auch 20 Minuten zu Hause genügen.
  • ✅ Gehen Sie 30 Minuten früher schlafen.

Das Wichtigste

Ich bin nicht gegen Medikamente — wenn eine Ärztin oder ein Arzt sie aus medizinischen Gründen verschreibt, ist das eine Entscheidung zwischen Behandelnden und Patientin, und sie verdient Respekt. Aber wenn Sie gerade darüber nachdenken, zum Abnehmen Spritzen zu nehmen, und sich ein Ergebnis wünschen, das Ihnen auch in zwei, fünf, zehn Jahren noch bleibt, dann denken Sie daran, was die Studien zeigen: Nach dem Absetzen des Medikaments kommt das Gewicht schneller zurück als nach Ernährungs- und Bewegungsprogrammen — und Gewohnheiten sind das, was Ihnen unabhängig von jeder Behandlung bleibt.

Es geht nicht um Willenskraft und nicht um Bestrafung. Es geht um ein System, das nach und nach zu Ihrem eigenen wird. In kleinen Schritten. 💚

Und ich bin an Ihrer Seite, um Sie dabei zu unterstützen.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information, beruht auf veröffentlichten wissenschaftlichen Studien und ist keine medizinische Empfehlung. Beenden oder beginnen Sie keine Behandlung ohne ärztlichen Rat. Über die Verordnung, Fortsetzung oder das Absetzen eines Medikaments entscheiden Sie ausschließlich gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bevor Sie Ihre Ernährung umstellen, mit FMD oder einem gesundheitsbezogenen Programm beginnen, holen Sie bitte fachlichen Rat ein — insbesondere bei Diabetes oder chronischen Erkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit oder wenn Sie Medikamente einnehmen. Ozempic® und Wegovy® sind eingetragene Marken von Novo Nordisk, Mounjaro® von Eli Lilly and Company; Better With Anna steht in keiner Verbindung zu den Herstellern und erhält von ihnen keine Finanzierung. The Better Plate ist vom Harvard Healthy Eating Plate inspiriert; Better With Anna steht in keiner Verbindung zur Harvard University.

Häufige Fragen

Warum kommt das Gewicht nach dem Absetzen so oft zurück? Das Medikament verstärkt das Sättigungssignal, solange es wirkt; nach dem Absetzen kehrt der Appetit auf das frühere Niveau zurück. Die Autorinnen und Autoren der BMJ-Metaanalyse vermuten, dass das Gewicht unter dem Medikament ohne bewusste Umstellung der Ernährung sinkt und nach dem Absetzen praktische Fähigkeiten fehlen können. In STEP 1 und SURMOUNT-4 kam innerhalb eines Jahres nach dem Absetzen die Hälfte bis zwei Drittel des verlorenen Gewichts zurück; für Semaglutid und Tirzepatid lag das durchschnittliche Tempo in der Metaanalyse bei etwa 0,8 kg pro Monat.

Kann ich mein eigenes GLP-1 über die Ernährung beeinflussen? Zum Teil ja — auch wenn die Wirkung deutlich bescheidener ist als die eines Medikaments. Fermentierbare Ballaststoffe (Hülsenfrüchte, Hafer, abgekühlte Kartoffeln und abgekühlter Reis), ausreichend Eiweiß und fermentierte Lebensmittel können laut Übersichtsarbeiten (vor allem auf Basis mechanistischer und kleiner Studien) die natürliche GLP-1-Bildung beeinflussen.

Was passiert mit den Muskeln bei schneller Gewichtsabnahme? Bei jeder schnellen Abnahme verlieren Sie nicht nur Fett, sondern auch einen Teil der fettfreien Masse. Deshalb sind ausreichend Eiweiß und Krafttraining so wichtig — das betonen auch die Fachgesellschaften für Ernährung und Adipositas.

Ich denke über Spritzen zum Abnehmen nach. Wo fange ich an, wenn ich ein langfristiges Ergebnis möchte? Ernährung, Eiweiß, Ballaststoffe, Schlaf und Bewegung sind in jedem Fall die Grundlage — mit oder ohne Medikament. Die Frage nach einem Medikament besprechen Sie bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Nur sie oder er kann beurteilen, ob es für Sie angezeigt ist.

Ich nehme das Medikament bereits. Was soll ich tun? Bitte ändern Sie Ihre Behandlung nicht eigenmächtig — jede Änderung nur mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Besprechen Sie mit ihr oder ihm, wie Sie ausreichend Eiweiß aufnehmen und Ihre Muskeln erhalten. Wichtig: FMD und Programme mit deutlicher Kalorienreduktion, darunter auch Total Reset, sind nicht dafür gedacht, parallel zu GLP-1-Medikamenten durchgeführt zu werden.

Über mein Programm

Möchten Sie eine Ernährungsweise aufbauen, die Ihnen langfristig bleibt? Dafür habe ich das Programm Total Reset entwickelt — 3 Wochen: eine FMD-Woche (5 Tage fastenimitierende Ernährung) und danach zwei Wochen, in denen Sie Schritt für Schritt die Methode The Better Plate lernen: den Teller, Eiweiß, Ballaststoffe, Schlaf, die Reihenfolge beim Essen. Zum Programm gehören ein Eiweiß-E-Book und das E-Book „Gesunder Darm“ — damit das Wissen Ihnen auch nach dem Programm bleibt. Nach der Erfahrung von mehr als 500 Teilnehmerinnen meiner Programme lag das durchschnittliche Ergebnis in 3 Wochen zwischen 3 und 7 kg — das ist jedoch kein Versprechen: Das Ergebnis ist bei jeder Frau anders und hängt von ihrer Ausgangssituation ab. Was bleibt, sind die Gewohnheiten. 🌱

Das Programm ist nicht für die Durchführung parallel zu GLP-1-Medikamenten gedacht und ersetzt keine ärztlich verordnete Behandlung. FMD hat Kontraindikationen — sie sind auf der Programmseite aufgeführt.

Lesen Sie auch: Insulinresistenz: warum „normaler Blutzucker“ noch nicht heißt, dass alles in Ordnung ist · Eiweiß ohne Extreme · Ballaststoffe — nicht nur für die Verdauung

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Herzlich, Ihre Anna Bertoldi


Quellen

  1. Wilding JPH et al. Weight regain and cardiometabolic effects after withdrawal of semaglutide: the STEP 1 trial extension. Diabetes Obes Metab. 2022. doi:10.1111/dom.14725
  2. Aronne LJ et al. Continued treatment with tirzepatide for maintenance of weight reduction in adults with obesity: the SURMOUNT-4 randomized clinical trial. JAMA. 2024. doi:10.1001/jama.2023.24945
  3. West S et al. Weight regain after cessation of medication for weight management: systematic review and meta-analysis. BMJ. 2026;392:e085304. doi:10.1136/bmj-2025-085304 · Pressemitteilungen: BMJ, University of Oxford
  4. Mailhac A et al. Discontinuation of semaglutide therapy for obesity management. JAMA Netw Open. 2026. doi:10.1001/jamanetworkopen.2026.31371
  5. Jensen SBK et al. Healthy weight loss maintenance with exercise, GLP-1 receptor agonist, or both combined followed by one year without treatment. eClinicalMedicine. 2024. doi:10.1016/j.eclinm.2024.102475
  6. Diabetes Prevention Program Research Group. Long-term effects of lifestyle intervention or metformin on diabetes development and microvascular complications over 15-year follow-up. Lancet Diabetes Endocrinol. 2015. doi:10.1016/S2213-8587(15)00291-0
  7. Tkaczenko H et al. Foods as modulators of GLP-1 secretion. Nutrients. 2026. doi:10.3390/nu18182995
  8. Mollero ELM et al. Beyond weight loss: skeletal muscle health during incretin-based therapy in patients with diabesity. Nutrients. 2026. doi:10.3390/nu18162654
  9. Mozaffarian D et al. Nutritional priorities to support GLP-1 therapy for obesity: a joint advisory from ACLM, ASN, OMA and TOS. Am J Clin Nutr. 2025;122:344–367. doi:10.1016/j.ajcnut.2025.04.023
  10. Vinelli V. Dietary intake in GLP-1 users. European Congress on Obesity, 2026 (Abstract). Healio
  11. Shukla AP et al. Carbohydrate-last meal pattern lowers postprandial glucose and insulin excursions in type 2 diabetes. BMJ Open Diabetes Res Care. 2017. doi:10.1136/bmjdrc-2017-000440
  12. Spiegel K et al. Brief communication: sleep curtailment in healthy young men is associated with decreased leptin levels, elevated ghrelin levels, and increased hunger and appetite. Ann Intern Med. 2004. doi:10.7326/0003-4819-141-11-200412070-00008

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